Fallhand

Wenn die Hand nicht mehr mitmacht

Vielleicht kennen Sie das: Ihre Hand hängt schlaff herunter, Das Greifen bzw. Halten von Gegenständen fällt Ihnen schwer oder ist nicht mehr möglich? Viele Betroffene beschreiben es so: „Mein Handgelenk klappt einfach nach unten – ich kann die Hand nicht mehr hochziehen.“

„Die Finger strecken geht kaum, ich habe richtig Angst, Dinge fallen zu lassen.“

Medizinisch spricht man von Fallhand oder Radialisparese – einer Handlähmung, bei der vor allem das Strecken von Hand und Fingern gestört ist.

In diesem Beitrag erfahren Sie:

  • was genau eine Fallhand / Radialisparese ist
  • warum der Nervus radialis so wichtig ist
  • wie es zur sogenannten „Parkbanklähmung“ kommen kann
  • welche Chancen auf Besserung bestehen
  • wie NeuroLife mit EMG-getriggerter Elektrostimulation unterstützen kann

Die Fallhand kann im Alltag zu starken Problemen führen – aber sie ist in vielen Fällen behandelbar. Bei NeuroLife unterstützen wir jeden Tag Menschen wie Sie dabei, wieder ihren Alltag zurückzuerobern oder auch ihren Hobbys nachzugehen.

Was ist eine Fallhand / Radialisparese?

Der Nervus radialis ist ein wichtiger Nerv im Arm, der:

    • die Streckmuskeln von Oberarm, Unterarm und Hand steuert und so Arm, Hand und Finger beweglich macht
    • Gefühle wie Berührung, Schmerz und Temperatur von der Haut an der Rückseite des Oberarms, Unterarms  und vom Handrücken weiterleitet

      Ist dieser Nerv geschädigt, spricht man von einer Radialisparese. Typisch ist dann die sogenannte Fallhand:

        • das Handgelenk lässt sich nicht mehr aktiv nach oben anheben
        • die Finger können nur eingeschränkt oder gar nicht gestreckt werden
        • die Hand hängt schlaff nach unten

        Die Fallhand kann ein Symptom oder eine Folge einer neurologischen oder orthopädischen Erkrankung sein – z.B. nach einem Schlaganfall, Multiple Sklerose, Bandscheibenvorfall oder Rückenmarksverletzung oder aber durch eine direkte Reizung bzw. Schädigung des Radialisnervs entstehen.

        Greifen, Halten, Schreiben oder einfache Alltagstätigkeiten werden dadurch stark erschwert.

          Typische Symptome der Radialisparese

          – unterschiedlich starke Ausprägung möglich:

          • Hand hängt schlaff herunter – das Handgelenk bleibt in Beugestellung
          • gestörtes Strecken von Hand und Fingern
          • Probleme beim Greifen und Loslassen (Gegenstände fallen aus der Hand)
          • eingeschränkte Feinmotorik – das Zuknöpfen eines Hemdes ist eine große Herausforderung
          • eventuell Taubheitsgefühl oder Kribbeln am Handrücken


          häufig das Gefühl: „Die Hand macht nicht mehr mit.“

           

          Das kann im Alltag sehr einschränkend sein – von Anziehen und Körperpflege bis hin zur Aufgabe von Hobbys wie Zeichnen oder das Spielen eines Instrumentes.

          • Bandscheibenvorfälle in der Hals– und Brustwirbelsäule
          • Neurologische Erkrankungen wie Schlaganfall, Multiple Sklerose
          • Folgen von Operationen – z.B. Schultergelenk
          • Verletzungen nach Unfällen – z.B. Ober- oder Unterarmfraktur
          • Langfristige Belastungs- oder Haltungsschäden – z.B. zu enge Gipsverbände oder Lagerungsschäden (während einer OP)
          • Nervenschädigungen durch Tumorexzision


          In allen Fällen ist der gemeinsame Nenner:
          Der Nervus radialis wird geschädigt und die Streckfunktion von Hand und Fingern fällt aus oder ist deutlich geschwächt.

          Ursachen: Wie entsteht eine Fallhand?

          – verschiedene Ursachen möglich

          Bei vielen betroffenen liegt eine Reizung des Nervs (Nervus radialis) vor, der für das Strecken des Handgelenkes bzw. der Finger verantwortlich ist. Oft spielt auch der Rücken eine Rolle, z.B. bei einem Bandscheibenvorfall. Die häufigsten Ursachen sind:

          • Druckschäden am Nerv
            z. B. durch ungünstige Lagerung im Schlaf oder unter Narkose
          • „Parkbanklähmung“
            klassisch: längeres Liegen oder Sitzen mit aufliegendem Oberarm (z. B. am Tisch, auf einer Bank, im Rauschzustand), wobei der Nervus radialis am Oberarm stark komprimiert wird

           Mit strukturierem Training können Sie dagegen:

          • vorhandene Restaktivität der Streckmuskeln besser nutzen
          • Hand- und Fingerbewegungen gezielt anbahnen und verstärken
          • den Arm und die Hand bewusster in Alltagsbewegungen einbeziehen


          Genau hier setzt die Therapie von NeuroLife an – mit EMG-getriggerter Elektrostimulation.

          Warum gezieltes Training so wichtig ist

          – Ohne gezieltes Training besteht die Gefahr, dass

          • Streckmuskeln durch Nichtgebrauch weiter abbauen
          • Gelenke in ungünstigen Positionen verharren
          • Ausweichbewegungen (z. B. vermehrter Einsatz von Schulter oder Rumpf) sich einprägen
          • Frust und Hilflosigkeit zunehmen

          Können sich Fallhand und Radialisparese wieder bessern?

          Die gute Nachricht:
          In vielen Fällen kann sich eine Radialisparese ganz oder teilweise wieder zurückbilden – insbesondere bei Druckschäden („Parkbanklähmung“) oder leichteren Verletzungen.

          Entscheidend sind:

          • Art der Schädigung (Druck, Quetschung, Dehnung, Durchtrennung)
          • Dauer der Nervenkompression
          • Zeitpunkt und Art der Behandlung (z. B. Entlastung, ggf. Operation, Schienung)
          • konsequentes Funktionstraining und Rehabilitation

          Selbst wenn der Nerv nicht vollständig regeneriert, können:

          • Restfunktionen genutzt,
          • Muskeln gezielt trainiert,
          • Bewegungsmuster verbessert werden.

          Ziel ist, dass die Hand wieder aktiver und besser kontrolliert in den Alltag eingebunden werden kann.

          Wie NeuroLife bei Fallhand und Radialisparese helfen kann

          Unsere Behandlung konzentriert sich auf die EMG-getriggerte, funktionelle Elektrostimulationstherapie. Diese verhindert den weiteren Muskelabbau und fördert die Nervenleitfähigkeit vom zentralen Nervensystem bis in die Extremität und wieder zurück. Dies aktiviert und verbessert gezielt die Bewegungsmuster der Hand- bzw. Fingerstreckung.

          Das Ziel:

          • das Anheben des Handgelenks wieder besser gelingt,
          • das Strecken der Finger angebahnt wird,
          • die Hand insgesamt aktiver und stabiler wird.

           

          Patientinnen und Patienten bekommen ein Therapiegerät für zu Hause, mit dem sie nach persönlicher Einweisung täglich selbstständig zu Hause trainieren. NeuroLife begleitet Sie fachlich, passt Einstellung individuell an und unterstützt bei Fragen oder Problemen während des kompletten Therapiezeitraumes.

          Das Prinzip:

          1. Die Körperflächenelektroden werden an den Muskeln des Unterarms angebracht.
          2. Sie versuchen aktiv eine Bewegung anzusteuern – etwa die Hand oder die Finger strecken / heben
          3. Das Gerät misst dabei kleinste elektrische Signale Ihrer Muskulatur
          4. Wenn eine ausreichende Restaktivität erkannt wird, löst das Gerät automatisch einen Stimulationsimpuls aus. Sollte keine Aktivität mehr erkannt werden, nutzen wird das Potential der (anderen Seite) gesunden Extremität
          5. Der Muskel zieht sich zusammen – die Bewegung wird verstärkt und die Muskulatur gestärkt.

          So entsteht eine Lernschleife:

          Ihr Bewegungswille → messbare Aktivität im Muskel → Verstärkt durch Stimulationsimpuls → sichtbare Bewegung → positives Feedback für das Gehirn (zentrales Nervensystem).

          Durch viele Wiederholungen kann das Gehirn über das Nervensystem neue Bewegungsmuster lernen und vorhandene Ressourcen nutzen.

          Das ermöglicht häufig:

          • ein besseres Anheben des Handgelenks,
          • stabileres Greifen und Halten,
          • mehr Einsatz der betroffenen Hand im Alltag.

          Wie die Behandlung bei NeuroLife Schritt für Schritt abläuft, erfahren Sie auf der Seite Behandlung.

          Vorher–Nachher-Videos:
          Fortschritte sehen, Hoffnung spüren

          Hier sehen Sie Vorher–Nachher-Videos von Patientinnen und Patienten, die nach einem Schlaganfall unter Lähmungen litten.

          Alltag mit Fallhand – was kann sich verändern?

          Ziele der Therapie können sein, dass Sie nach und nach wieder:

          • ein Glas oder eine Tasse sicher halten,
          • Besteck besser führen,
          • den betroffenen Arm beim Anziehen oder Abstützen verwenden,
          • die Hand bewusster einsetzen, statt sie nur „mitzuschleppen“.

          Selbst kleine Verbesserungen, wie das Anheben des Handgelenks gegen die Schwerkraft, können im Alltag einen großen Unterschied machen.

          Für wen ist die NeuroLife-Therapie geeignet?

          Die Therapie bei NeuroLife kann unter anderem sinnvoll sein bei:

          • Schädigungen des Radialisnervs
          • Fallhand nach Bandscheibenvorfall
          • Lähmungen nach OP oder Verletzung
          • Neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Z. n. Schlaganfall
          • Chemotherapie bedingte Polyneuropathie

          Ob eine EMG-getriggerte Elektrostimulation bei Ihnen in Frage kommt, können Sie gerne in einem persönlichen Gespräch oder einer Nachricht erfragen.

          Neurolife kennenlernen

          NeuroLife ist spezialisiert auf die Behandlung von Lähmung, neuromuskuläre Funktionsstörungen und neurologisch bedingte Inkontinenz. Ziel ist immer, Ihre Funktion im Alltag zu verbessern – nicht nur Messwerte auf dem Papier.

          Im Mittelpunkt stehen:

          • EMG-getriggerte, funktionelle Elektrostimulation mit Biofeedback
          • Ein strukturiertes, alltagsnahes Training zu Hause
          • Persönliche Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner, die Sie über den vollen Therapiezeitraum begleiten

          Mehr über uns erfahren Sie hier:

          Fallhand / Radialisparese – Ihr nächster Schritt

          Vielleicht fragen Sie sich:

          • „Meine Hand hängt schlaff herunter – wird das jemals wieder besser?“
          • „Die Diagnose Radialisparese verunsichert mich – was kann ich aktiv tun?“
          • „Kann Elektrostimulation meiner Hand wirklich helfen?“

          Wenn Sie an einer Fallhand leiden, warten Sie nicht ab, ob sich der Zustand von allein bessert. Der erste Schritt ist oft der wichtigste.

          Sie haben Fragen oder wünschen ein persönliches Gespräch? Nehmen Sie gern per E-Mail Kontakt zu uns auf. 

          Wir freuen uns darauf, Sie persönlich kennenzulernen und mit Ihnen gemeinsam den Weg zurück zu mehr Stabilität und Lebensqualität zu gehen.

          Werden Sie aktiv – wir sind für Sie da

          Sie haben Fragen oder wünschen ein persönliches Gespräch? Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

          Wir freuen uns darauf, Sie persönlich kennenzulernen und mit Ihnen gemeinsam den Weg zurück zu mehr Stabilität, Mobilität und Lebensqualität zu gehen.

          FAQ: Fallhand und Radialisparese

          1. Was ist eine Fallhand / Radialisparese?

          Eine Fallhand (Radialislähmung / Radialisparese) ist die Unfähigkeit, das Handgelenk und die Finger nach oben zu strecken, was zu einer schlaffen, herabhängenden Hand- und/oder schlaffen Fingern führt.

          Symptome sind Lähmung der Streckmuskulatur, Gefühlsausfälle am Handrücken und abgeschwächte Reflexe.

          Die „Parkbanklähmung“ ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für eine Radialisparese, die durch längeren Druck auf den Oberarmnerv entsteht – etwa beim Schlafen mit aufgestütztem Arm oder nach längerem Liegen auf einer Bank oder Stuhllehne.

          Ja. Eine Fallhand kann sich zurückbilden, wenn der betroffene Nerv noch regenerationsfähig ist und frühzeitig therapiert wird. Generell gilt, je früher die Behandlung beginnt, desto höher ist die Chance auf vollständige oder teilweise Rückbildung, auch präoperativ.

          Je nach Ursache ist auch die Behandlung unterschiedlich. Oft wird konservativ mit Schienen (Orthesen) zur Unterstützung gearbeitet. Häufig wird auch Physiotherapie eingesetzt. Ggf. muss auch eine Operation bei Nervenverletzungen erfolgen. In jedem Fall kann die Therapie von NeuroLife als gezieltes neuromuskuläres, funktionelles Training zusätzlich eingesetzt werden.

          NeuroLife nutzt die EMG-getriggerte neuromuskuläre Elektrostimulation um die Muskeln im Arm gezielt zu aktivieren und den weiteren Muskelabbau zu verhindern. Ebenso kann die Therapie die Nervenleitfähigkeit wieder herstellen.

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